Türhälfte rechts
Blumenornament rechts

Baladi

Baladi

„Baladi“ heißt übersetzt „vom Lande kommend“.
Der Tanz ist entstanden, als die verarmte ägyptische Landbevölkerung in die Städte, vor allem nach Kairo, abgewandert ist, um dort eine neue Existenz zu finden. Sie haben sich dort in bestimmten Vierteln niedergelassen, haben die Musik ihrer Heimat mit all ihrer Tradition mitgebracht. Diese Entwicklung beginnt mit der Wende zum 20. Jahrhundert. Gleichzeitig fließen die neuen Einflüsse des Stadtlebens, neue Impulse aus der Begegnung mit persischen, europäischen Menschen mit ein, die den alten Melodien und Liedern eine neue Färbung geben. Neue Instrumente werden einbezogen wie Geige, Akkordeon, Saxophon und Trompete. In die fröhliche, ländliche Musik zieht eine Art Wehmut über den verloren gegangenen Bezug zur alten Heimat ein, etwas Melancholisches und Lyrisches wird in der Musik hörbar.

Es entsteht eine Art Kaffeehauskultur. Tänzerinnen treten in den Kaffeehäusern auf und nehmen in ihrem Tanz die Vielfältigkeit und Stimmung der Musik auf, in dem sie ihre Bewegungen verkleinern, ihren Tanz verfeinern und ihr Repertoire vergrößern.

Genauso entwickeln wir unseren „Baladi“. Aufbauend auf unserer Erdigkeit und Einfachheit aus dem ländlichen Tanzstil verkleinern wir unsere ausladenden Bewegungen, verfeinern sie und vergrößern unser Repertoire. Wie in der Baladi-Musik, die nicht selten „ägyptischer Blues“ genannt wird, spannen wir den Bogen zwischen Tradition und Neuem, zwischen Fröhlichkeit und Einfachheit der ländlichen Musik und Wehmut und Verspieltheit der Baladi-Musik.

„Baladi“ bedeutet die Hingabe im Tanz zu finden, um die Stimmungen der Baladi-Musik widerspiegeln zu können.

Erna Fröhlich